Warum Tierschutz in Spanien?

///Warum Tierschutz in Spanien?

Warum Tierschutz in Spanien?

Warum sammelt ihr Futterspenden für Hunde in Spanien – sollten wir uns nicht erst einmal um die Tiere in deutschen Tierheimen kümmern? Diese berechtigte Frage wird dem feed a dog Team immer wieder gestellt. Dabei sind wir grundsätzlich der Meinung das JEDES Tier, egal ob in Deutschland oder im Ausland, den Anspruch auf eine gute Versorgung und eine liebevolle Unterbringung hat. Aus diesem Grund kann jeder Spender auf feed a dog selbst entscheiden, ob er einem Tierheim um die Ecke oder einem Tierschutzverein im Ausland helfen möchte!

Gleichzeitig erkennen wir bei unserer täglichen Arbeit aber, dass es zwar auch in Deutschland viele Missstände gibt – dass die Situation der Hunde in einigen süd- und osteuropäischen Ländern aber oftmals um vieles dramatischer ist. Darum möchten wir gemeinsam mit der feed a dog Gemeinschaft die Situation in Spanien verbessern.

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Um zu erklären, warum besonders hier Hilfe notwendig ist, möchten wir euch mehr über die Situation des Tierschutzes in Spanien erzählen:

Rechtliche Situation

Bis 2003 galt die Misshandlung von Tieren in Spanien als bloße Ordnungswidrigkeit, für die man, wenn überhaupt, eine Geldstrafe zu erwarten hatte. Erst auf den massiven Druck von Tierschützern hin änderte sich diese Situation allmählich: In 2003 wurde Tierquälerei erstmal als Straftat im Código Penal, dem spanischen Strafgesetzbuch, aufgenommen. In 2010 und vor allem 2015 wurde das Gesetz dann zunehmend erweitert – vor allem auch um die Möglichkeit härterer Strafen. In besonders schweren Fällen, bei der ein Tier nach einer Misshandlung ums Leben kommt, ist mittlerweile eine Gefängnisstrafe von bis zu 18 Monaten theoretisch möglich.

Auf dieser Grundlage berichtet SEPRONA (der Teil der spanischen Polizei, die gegen Tierquälerei vorgeht) von mehr als 12.400 Fällen von Tierquälerei im Jahr 2016. Tatsächliche Straftatbestände konnten jedoch nur in 784 Fällen nachgewiesen werden, was letztlich zu Ermittlungen gegen 490 Personen geführt hat.

Angst vor einer echten Strafe müssen Tierquäler bisher aber scheinbar dennoch nicht haben: Die spanische Anwaltskammer berichtet  im Juli 2016, dass trotz der vielen Misshandlungsfälle nur 2 Personen tatsächlich eine Gefängnisstrafe verbüssen mussten – alle anderen Fälle wurden gegen Geldstrafen beendet oder einfach eingestellt.

Lage der spanischen Tierheime

Prinzipiell muss in Spanien zwischen privaten und staatlichen Tierheimen – den Perreras – unterschieden werden. Während sich insbesondere private Tierschützer oft aufopferungsvoll und ohne jegliche finanzielle Hilfe des Staates um die Tiere kümmern, haben die Perreras klare staatliche Vorgaben, wie mit ausgesetzten Tieren umzugehen ist. Dafür erhalten sie dann auch eine finanzielle Unterstützung, die meist aber kaum ausreicht für die (artgerechte) Versorgung der Hunde.

Aber auch die Perreras sind nur schwer miteinander zu vergleichen, da jede spanische Region oder auch einzelne Städte eigene Regeln für den Umgang mit ausgesetzten Tieren festlegen. Im schlimmsten Fall, der leider immer noch in großen Teilen Spaniens traurige Realität ist, ist eine Perrera nichts anderes als eine Tötungsstation: Die Tiere werden aufgelesen und für maximal 21 Tage unter zumeist sehr schlechten Bedingungen eingesperrt. Findet sich nach dieser Zeit kein (neuer) Besitzer für die Hunde, werden sie einfach umgebracht.

In einigen Regionen, vor allem Katalonien seit 2007 und Madrid seit 2016, ist diese Praxis zwar mittlerweile verboten. Allerdings ist dieses Verbot oft nur ein Lippenbekenntnis, da nicht ausreichend finanzielle Mittel für die Versorgung der Tiere zur Verfügung gestellt werden. Sind die Tierheime dann voll oder fehlt es am Geld für die Versorgung der Tiere, bleibt die Tötung der Tiere weiterhin der letzte Ausweg.

Die Spanier und ihre Tiere

Die spanische Tierschutzpartei PACMA bringt das Verhältnis der Spanier zu ihren Tieren auf einen traurigen Punkt: Tierquälerei hat in Spanien Tradition. Man denke nur an die Stierkämpfe, aber auch viele andere traditionelle Feste, auf denen Tiere systematisch misshandelt werden (Schätzungen gehen von über 60.000 Tieren aus, die auf solchen „Festen“ in jedem Jahr misshandelt werden).

Diese Tradition führt auch heute noch zu einer mangelnden Empathie gegenüber Tieren, die oftmals nur als „Nutzobjekt“ gesehen werden, dem man nach Belieben Schmerzen zufügen kann. Daher ist es für ein Tier oftmals noch ein Glücksfall, wenn es einfach ausgesetzt wird (in jedem Jahr werden ca. 140.000 ausgesetzte Hunde aufgegriffen, die Dunkelziffer der ausgesetzten Hunde liegt damit noch bei weitem höher).

Besonders grausam wird mit den Tieren am Ende der Jagdsaison umgegangen: Viele der Jäger tauschen ihre Hunde, meist Galgos, nach einigen Jahren gegen jüngere Tiere aus. Die Jagdhunde, die nicht mehr gebraucht werden, werden dann oft in einem grausamen Schauspiel an einen Baum geknüpft, wo sie mitunter tagelang um ihr Überleben strampeln, bis sie qualvoll sterben. Unterschiedliche Quellen sprechen von 50.000 bis 100.000 toten Hunde, die nach dem Ende der Jagdsaison gefunden werden.

Ein hoffnungsloser Kampf?

Gerade die mangelnde Empathie gegenüber dem Leid der Tiere kann den Eindruck erwecken, dass der Kampf für die Hunde in Spanien nicht zu gewinnen ist. Aber es gibt auch Hoffnung: Viele der spanischen Tierschutzvereine können davon berichten, das in den letzten Jahren allmählich ein Umdenken der Menschen stattfindet. Gerade jüngere Spanier sehen Hunde nicht länger nur als Nutz- oder Prestigeobjekt. Sie entscheiden sich bewusst für die Adoption eines Hundes aus dem Tierheim und kümmern sich dann liebevoll um das neue Familienmitglied. Auch in den Tierschutzvereinen selbst begegnet man vielen jungen Menschen, die ehrenamtlich die Arbeit der Tierschützer unterstützen.

Bitte gebe die spanischen Fellnasen darum nicht auf und hilf ihnen gemeinsam mit der feed a dog Gemeinschaft!

Wenn die Tierschützer sich nicht mehr darum sorgen müssen, ob sie genug Futter für ihre Schützlinge haben, können sie sich noch besser um das Wohl der Hunde kümmern und den Gedanken des Tierschutzes in Spanien verbreiten. Mach mit, indem du die feed a dog App installierst:
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2018-09-19T11:48:51+00:001. Juli 2018|abgeschlossene Aktionen|